Kette rechts - Fahrradtour durch Russland
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Donnerstag, 16. August 2018
Abfahrt / Wien / Russland PDF Drucken E-Mail

Meldung per SMS vom 29 Juni 2008.

Grammatik, Kommasetzung, Rechtschreibung made by Jens:

Bin nich s-faul,ladegerät war kaputt+dann kein empfang!bin in severobaikalsk,mach 3 tage pause.schreibe berichte und hoffe auf internet.grüße an alle, jens

 


 

Reisbericht per SMS vom 16 Juni 2008. 

Grammatik, Kommasetzung, Rechtschreibung made by Jens:

Bin schlamm+mückenhölle entkommen.von izykan - tareja 3 tage für 45 km.regen hat wege in matschpiste verwandelt in der nicht mal schieben wirklich ging....eilweise für 1km 1,5h weil ich taschen separat tragen mußte. hatte mich verfahren und bin auf ne nebenstrecke(bergig,mückig) gekommen.dort frische bären...en. heute nach tareja und da wollt ich nur noch aus dem matsch und bin in den zug,bis turma.ich+rad+ausrüstung bistehe nur noch aus dreck,eine vordere t...sche nach sturz abgerissen,mußt ich zurücklassen.mir gehts bestens,schlimmer gehts nimmer,morgen weiter über bratsk,wetter ist wieder schön,liebe grüße 

 

 


 

 

Reisebericht per SMS vom 10 Juni 2008:

Komme gut voran, wetter fast zu heiss: 30-34 . je weiter nach osten desto mehr mücken+andere viecher, fliegen bis 15 km/h hinterher. ernähr mich von schaschlik mittags  und schwarzbrot mit dosenfleisch. gute übernachtungsplätze aber kaum bäche /flüsse zum angeln. kommt noch hoffe ich. morgen in taishet muss ich entscheiden ob links oder rechts. noch keine ahnung was ich machen soll, werde ne münze werfen denke ich. viele grüsse. schweiz schon draussen ? 

 


 

 

6.6.2008:

Der Adler ist gelandet und hat einen PING gesendet: Karte  

 


 

 

4.6.2008, Wien, 610 km

Eine ganze Woche Wien liegt hinter mir. Von Mautern bin ich am naechsten Morgen nach Wien aufgebrochen. Konnte leider keinen Bissen essen sodass die 90 km eine reine Qual waren. Landschaftlich war es sowieso recht langweilig, zumindest bis Tulln. Der Tag war gleichzeitig auch der heisseste bisher mit 34 Grad und, man ahnt es schon, strammem Gegenwind aus Suedosten. Ich wollte unbdedingt mit dem Rad nach Wien und nicht schon wieder mit dem Zug. Ich wollte die Meschenmassen die, wie ich unterwegs aus dem Radio erfahren habe, schon seit Tagen am Ortseingang von Wien lagern um meinen triumphalen Einzug in die Stadt live mitzuerleben, nicht enttaeuschen. Bei Tulln mach ich eine laengere Pause an einer Jausestation. Von den vielen hunderten die den Donauradweg in regelmaessigen Abstaenden saeumen, treff ich hier auf eine, in der sich die oertlichen Harz IV Empfaenger den Tag schoendiskutieren. Und nicht nur der Tag an sich ist Gespraechsthema, nein, jeder Vorbeiradelnde bekommt einen netten Kommentar hinterhergebruellt, Frauen werden mit flotten Spruechen bedacht auf die man als Frau besonders steht, Maenner werden entweder ausgelacht oder uebelst beschimpft. Kurzum, ich fuehl mich wie auf einer Herrenausfahrt mit meinen Schulfreunden aus Zuffenhausen und halt direkt an um eine Cola zu trinken. Ich muss mir vom Chef anhoeren dass ich aussehe als haett ich mir die Syphilis eingefangen (keine Ahnung woher der weiss wie man dann aussieht) , und antworte dass ich gerade von seiner Frau komme. Das bricht das Eis und fortan hab ich meine Ruhe und kann genuesslich verfolgen wie die passierenden Radler mit Haeme ueberzogen werden. Nach einer Stunde hab ich alle Sprueche gehoert (war nix neues dabei, aber der Dialekt ist einfach zu gut) und breche auf die letzten 30 km nach Wien auf.

 

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Bild Wien


16.00 Uhr bin ich in Wien, 2 Stunden spaeter sammelt mich der Gerd vor dem Flex ein. Leider bin ich in erbaermlichem Zustand und kann kaum reden und zuhoeren. Ich hoffe meine Wiedersehensfreude kam trotzem rueber! Um 21.00 Uhr komm ich endlich ins Bett, ich darf bis zu meiner Weiterreise am kommenden Montag den 2.Juni beim Patrick bzw. dessen WG bleiben.

Die folgenden Tage verbringe ich in Patricks Zimmer im Bett. Ich gebe mir besonders Muehe die Viren, die mir bisher die Tour vermiest haben an den Patrick weiterzugeben, aber er erweist sich als resistent. Mir hingegen hats komplett den Stecker gezogen, insgesamt velier ich 4-5 Kilo die ich mir muehsamst den Winter ueber angefressen hab und von denen ich eigentlich in Russland zehren wollte. Die Vorstellung war dass ich, an einsamen Abend vor dem Lagerfeuer sitzend, mich auf eine Speckfalte konzentriere und noch einmal im Gedanken das Menue esse dass die Falte formte. Daraus wird jetzt nix, also zumindest nicht mehr so oft.


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Bild nach der Entschlackung


Ich bin erst am Sonntag einigermassen wiederhergestellt und kann erst ab dann wieder normal essen. Aufgrunddessen hab ich mich entschieden den Weiterflug nach Krasnojarsk um 3 Tage auf den 5. Juni zu verschieben. Die gewonnenen Tage will ich komplett in Restaurants verbringen (ich kenne Wien ja bereits aus vorherigen Reisen, verpasse also nichts) um wieder zu Kraeften zu kommen.

Am Montag besuch ich mit Alina, Nadja, Gerd und Andi den Park in Laxenburg, 20km suedlich von Wien. Der sensationelle Wasserfall in diesem Park wird mir fuer immer im Gedaechtnis bleiben. Ueberhaupt plaedier ich dafuer das ganz Laxenburg als Weltkulturerbe aufgenommen wird.


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Bild Alina, Nadja, Gerd

 


Dienstag steht der Besuch des Wiener Sportclubs auf dem Programm, es ist ein Freundschaftsspiel gegen die Austria Wien angesagt. Leider wird das ganze aber kurzfristig wieder abgesagt, als wir schon vor dem Stadion stehen. Vermutlich hatte niemand Lust im Regen zu spielen, und dann ham sie bei den Spielern nochmal nachgefragt und die ham dann gesagt dass sie lieber Fernsehen wollen am Abend.

Ja, die Zeit in Wien ging leider mal wieder viel zu schnell vorbei. Ich muss nach meiner Reise baldigst wieder herkommen, ich hab hier auch schliesslich noch n Haufen Sachen liegen von denen ich mich vor Russland trennen musste. Netterweise hat mir Uwe meine Radschuhe hierher geschickt sodass ich nun endlich mit Klickpedalen fahren und die Wanderschuhe mit denen ich bisher unterwegs war hier lassen kann, danke!

Ich muss mich auch fuer die Pflege bedanken, Patricks Kaesepappeltee hat wahre Wunder bewirkt. Also, nochmal danke fuer alles Jungs und wir sehen uns hoffentlich bald wieder!

 

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Bild Patrick

 

 


 

27.5.2008, Mautern, Wachau, 520 km

Die Wachau hat einen neuen Fan - mich. Das lag nicht nur an den, bis auf den strammen Suedostwind fantastischen Bedingungen heute, sondern an dieser wunderschoenen Landschaft hier. Faehrt man von Amstetten ca. 10 km nach Norden trifft man wieder auf die Donau und erreicht nach 20km Grein. Hier beginnen die Stromellen und man faehrt duch ein sehr schoenes Tal. Die bewaldeten Haenge ragen zu beiden Seiten des Flusses steil hinauf, die Donau selbst ist hier fast schon wild, die riesigen Lastkaehne auf die ich hier zum ersten mal Stosse, kaempfen sich nur sehr muehsam und unter Volldampf diese Passage hinauf. Nach den Stromellen weitet sich das Tal und wird erst bei Melk, dessen weltberuehmtes Kloster man schon von weitem erblickt, wieder enger. Ab hier beginnt dann die Wachau. Am Anfang dacht ich, ich bin irgendwo in Suedtirol gelandet. Alles hier erinnert an das Vinschgau bzw das Eisacktal. Obstbaumwiesen, Weinberge, kleine romantische Dorfer dazischen und mittendruch schlaengelt sich die Donau. Wirklich sehr schoen. Leider geht das ganze nur 30 km, ich haette wirklich tagelang durch diese Gegend fahren moegen. Am Abend mach ich am Ausgang der Wachau Rast in Mautern und beschliesse, gleich vor Ort eine Unterkunft zu nehmen. Ich hab irgendwie Lust hier ein paar Weine zu probieren, die Wachau ist ja nicht das schlechteste Anbaugebiet. Ich komme in einer kleinen Pension unter, leider haben sie heute Ruhetag und ich muss mir im Ort was zu Essen besorgen.

Die Gaststaette in der ich zu Abend esse beschert mir einen, ich kann nur sagen verwirrten, Professor als Tischnachbarn. Er ist eigentlich hier als Redner auf einem Kongress fuer E-Government der zur Zeit in Mautern abgehalten wird. Nach dem ueblichen Small Talk haelt er schone Monologe ueber die schicksalhafte Geschichte seiner Eltern und deren (und damit auch seine) Vertreibung aus Tschechien zu Ende des 2. Weltkriegs. Er redet sich in einen Rausch dem ich irgendwann nicht mehr gewachsen bin. Mein zaghafter und Hinweis dass ich jede Form von Patriotismus und uebersteigerter Heimatverbundenheit (erst recht zu einer Heimat in der man noch nie selber gelebt hat) ziemlich bescheuert finde, fasst er tatsaechlich als persoenliche Beleidigung auf bzw. laesst in ihm die Erkennnis reifen, dass er es mit einem Irren zu tun hat. Oder einem Unwuerdigen. Zumindest schaut er mich nun so an, fast schon mitleidsvoll und er ueberlegt wohl kurz ob er laut nach der Wache rufen soll. Er murmelt noch irgendwas von Gaia und der Muttererde deren Lebenskraft die einzig wahre sei, bevor er voellig konsterniert den Gang zur Toilette antritt. Ich nutze die Gelegenheit, zahle schnell und mache mich schnell aus dem Staub. Schade, ein eigentlich sehr intelligenter Mensch, aber der hat ein dermassenes Paeckchen von daheim mit auf den Weg bekommen, das wird er wohl bis zu seinem Tod nicht los. Und wahrscheinlich hat er dieses Paeckchen seinen Kindern gleich auch noch mit auf ihren Lebensweg gegeben.

Abends im Gasthof wird es mir wieder kotzuebel. Scheisse. Ich bekomme einen massiven Rueckfall, zwar ohne Erbrechen aber mit starkem Durchfall. Die Nacht mach ich kaum ein Auge zu vor Uebelkeit und Magenkraempfen.


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Bild Wachau1

 

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Bild Wachau 2
  


 

26.5.2008, Amstetten, Oesterreich, 420 km

Gestern bin ich bei strahlendem Sonnenschein und etwas wehmuetig aus Marxheim losgefahren. Ich hab mich, auch wenn der lange Aufenthalt dem verdorbenen Magen geschuldet war, wieder viel zu schnell an die Annehmlichkeiten einer Pension gewoehnt. Oder eigentlich war ich noch gar nicht an das Leben draussen so richtig gewoehnt. Um 9 Uhr sass ich dann aber wieder im Sattel, es wartete der landschaftlich bisher schoenste Abschnitt auf mich, ueber Neuburg an der Donau und Ingoldstadt bis Kloster Weltenburg.

Mein Zelt schlage ich am spaeten Nachmittag nach 90km in einem kleinen Waldstueck 5km vor Weltenburg, abseits des Donautals auf. Vom Waldrand kann ich den Sonnenuntergang geniessen und dem kleinen Dorf, das ein paar km von mir entfernt zwischen Feldern und Wiesen eingebettet liegt, beim Schlafengehen zuschauen. Ueber mir, in den Wipfeln meines Blaetterdachs, piept und pfeifft, singt und schallt es um die Wette und ich komme mir vor wie in einem Roman von Joseph von Eichendorrf, im Leben eines Taugenichts... was mich durchaus gluecklich macht.


Am naechsten morgen wecken mich Holzdiebe die sich an einem Stapel gut abgelagerten Brennholzes bedienen der 100 m von meinem Zelt aufgestapelt ist. Die beiden bemerken mich erst als ich meine Sachen zusammenpacke und verschwinden dann recht schnell, boese Blicke in meine Richtung sendend. Gegen 7.30 bin ich dann bereits in Weltenburg, das noch komplett am Schlafen ist. Der Ort liegt mehr oder weniger in einer Sackgasse, das Donautal zwaengt sich hier durch eine enge Schlucht, den sog. Donaudurchbruch, die keinen Platz fuer eine Strasse laesst. Ich wechsle das Ufer mit einer Treidelfaehre, der nette Faehrmann schenkt mir die Ueberfahrt und gibt mir noch ein paar Tips fuer die weitere Fahrt bis Kehlheim. In Kehlheim Fruehstueck und dann geht es weiter nach Regensburg. Dass Wetter ist heut eher kuehl und seit heut morgen nieselt es immer wieder mal kurz. Ich beschliesse mich bereits heute in Regensburg in den Zug zu hocken und die durch meine Krankheit verlorene Zeit durch eine Zugfahrt wieder reinzuholen. 3 Tage konnte ich nicht fahren, das macht dann so ca. 350Km ab Regensburg. Wo kommt man denn da raus? Aha Amstetten, hab ich doch schon mal gehoert... da war doch was... egal, wenn mir ein Kellerzimmer angeboten wird werd ich dankend ablehnen. Zug gebucht und gegen 14.00 pfeifft der Schaffner zur Abfahrt durch endlose bayerische Doerfer und Regionalbahnhoefe. Die darf ich mir in 4 Faellen auch naeher anschauen, denn so oft laesst mich die DB bzw. die oesterreichische Bahn umsteigen. Das ist jedes mal eine Riesenfreude, vor allem wenn das ca. 50Kg schwere Rad wegen den Satteltaschen nicht durch die Zugtuere passt. Dann muss ich alle Taschen abmontieren, in den Zug schmeissen, Rad hinterher und mir dann im Zug nen Platz erkaempfen. In einem Nest vor Passau bleiben mir fuer die Uebung genau 9 Minuten, inkl. Gleiswechsel.

Um 20.00 Uhr bin ich dann endlich in Amstetten. Ich bin von der Umsteigerei dermassen gereizt dass ich nur darauf lauere dass mir einer der Leute hier ein Kellerzimmer anbietet und ich an ihm ein Exempel statuieren kann. Aber natuerlich passiert nichts dergleichen, im Gegenteil, alle sehr nett hier und ich steige im City Hotel ab.

Es muss unsaeglich nervig sein wenn die ganze Welt das eigene Dorf wegen so einer unfassbaren Geschichte kennt (Amstetten hat grad mal so 8000 Einwohner). In Amstetten selber ist an einem Schuhgeschaeft ein kleines, handgeschriebenes Plakat angebracht auf dem sich die Opfer in bunten Lettern bei der Bevoelkerung fuer ihre Unterstuetzung bedanken. Jedes Kind und die Mutter haben eigenhaendig unterschrieben... ein bedrueckendes Zeugnis




 

 

28.5.2008

Von wo aus hat Jens das letzte Mal einen PING gesendet ? Ab jetzt immer zu sehen auf der Übersichtkarte: Zur Übersichtskarte

 


 25.5.2008

 

Der "Ich bin noch am Leben und wieder unterwegs" - Ping:

http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=48.8556,11.8106&ie=UTF8&z=12&om=1  


 

21.5. Marxheim, Donautal, 280 km

Wetter ist leider eher schlechter, ich fahre los bei Nieselregen und 12 Grad und bei immer noch starkem Nordostwind. Ulm spar ich mir und quere direkt rueber nach Guenzburg wo ich auf die Donau und damit auch den Donauradweg treffe. Ab hier will ich jetzt fuer die folgenden ca. 700. km der Donau bis Wien folgen. Gegen 17.00 Uhr komme ich in Marxheim an wo ich mir zur Fier des Tages, schliesslich hab ich heut Geburtstag, eine Ubernachtung im Gasthof goenne. Ich residiere in der „Bruckwirtschaft“, einem urigen Gasthof mit 300 jaehriger Tradition, direkt an der Donau gelegen.

In Vorfreude auf ein deftiges Abendessen leg ich mich nochmal eine Stunde hin und merke aber schon langsam dass es mir koerperlich immer schlechter geht. 2 Stunden spater haeng ich ueber der Schuessel und kotz mir die Seele aus dem Leib. Schoener scheiss, da hab ich doch noch n paar Viren vom Ralf oder Holger oder Steffen abgekriegt. Die lagen naemlich alle drei flach kurz vor meiner Abfahrt.

Tja, also bin ich nun seit 3 Tagen hier. Seit gestern kann ich wieder ein bisschen Essen und komme langsam wieder zu Kraeften. Die Bewirtung ist ausgesprochen herzlich! Ich kann nur jedem empfehlen hier ne Pause einzulegen oder auch mal zu uebernachten. In der Nahe hats mit Sicherheit auch irgendwo einen Michelin-Imbiss :-)

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Morgen, Sonntag den 25.5. gehts dann endlich weiter. Mein urspruenglicher Plan alles mit dem Rad nach Wien zu fahren ist nun leider futsch. Ich denke ich werd so bis Mittwoch Mittag radeln und mich dann in den Zug nach Wien hocken um dann am Mittwoch abend in Wien zu sein.

 

 


 

 

20.5. bei Voehringen, Illertal, 155 km

Bin den ganzen Tag gegen den Nordwind das Illertal hoch gefahren und habe bereits um 15.30 Uhr meinen Uebernachtungsplatz erreicht. Weil Ulm nur noch 20km entfernt ist und immer mehr Doerfer und kleine Staedte kommen, hab ich beschlossen hier in an einem schoenen Weiher, direkt neben der Iller zu uebernachten. Ein schoenes Lanschaftsschutzgebiet hier und mein Zelt liegt perfakt getarnt hinter einer Boeschung sodass es niemand vom 3 Meter entfernten Radweg aus erkennen kann. Nicht weil ich so einen Riesenhunger haette sonder einfach weil ich keinen Bock hab das schwere Zeugs mit mir rumzuschleifen ess ich ne Riesenportion Nudeln mit Salami und Dosenpilzen und Tomatensugo. Gut, gleich mal n Kilo weniger Gepaeck. Waehrend ich dann so in der einbrechenden Daemmerung vor dem Zelt sitze entdecke ich eine Wasserratte von der Groesse eines Bibers. Sehr schoen, Landschaftsschutzgebiet rocks. Mir faellt ploetlich auf dass die ganzen Baeume um mich rum irgendwie angenagt sind, unter anderem auch der groesste in der ganzen Gegend. Und die Fallrichtung zeigt, wie soll es anders sein, genau auf mein Zelt. Also doch echte Biber (oder extrem viele Ratten). Naja, ich bin zu faul das Zelt umszustellen und mache deshalb ein Feuer damit den Bibern die Lust vergeht draussen in der Nacht an den Baeumen in meiner Naehe hermuzunagen. Der Biberbau ist keine 7 m Von mir entfernt, ich entdecke ihn beim Holzsammeln. Sehr suesse Viecher... da macht man sich Gedanken um Baeren und Woelfe und letzten Endes wird man dann nachts in seinem Zelt durch indirekten Biberbiss getoetet. Ich sehe schonen den Darwin Awards Eintrag vor mir... ok, also doch ein etwas groesseres Feuer... Feuer zieht ja immer bei so wilden Viechern... hoff ich...


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Da ist das Viech!

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19.5., Wolfegg, 60km


Am Montag, 19.5.08 war es soweit. Um 11 bin ich dann mal endlich losgekommen, nachdem ich zuvor noch letzte Erledigungen machen musste, unter anderem noch so Nebensaechlichkeiten wie was zu Essen kaufen und dem Uwe noch die Lottozahlen fuer kommenden Samstag voraussagen. Eigentlich wollt ich ja noch in Roggwil beim Mexikaner vorbei um mich von meinen Geschaeftskollegen von der Abacus persoenlich zu verabschieden und den Start in die Tour mit einer Riesenladung Fajitas Res und dem einen oder anderen Glaeschen Margharita (wichtig fuer den Salzhaushalt) gebuehrend zu feiern... aber leider war ich einfach zu spaet dran und ich waere nicht vor halb 2 im Mex gewesen. Sorry an dieser Stelle nochmal, ich denke aber, dass ihr fuer mich mitgetrunken und gegessen habt.


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Insofern war fuer mich dann auch gleich klar dass ich doch den Weg ueber das Iller- und Donautal nach Wien nehmen wuerde und nicht ueber den Arlberg und Innsbruck... und ehrlich gesagt war ich da zum ersten mal bereits in Meersburg so richtig froh drueber. Ich muss ja stolz zugeben dass ich das letzte mal vor ca. 20 Jahren mein Rad schieben musste. Und auch da nur weil ich mich nachts ohne Beleuchtung von der Polizei erwischen liess. („Um zu verhindern, Herr Graeulich, dass sie jetzt einfach so weiterfahren und uns eine lange Nase machen wenn wir wieder weiterfahren, werden wir ihnen einfach die Luft aus den Reifen lassen, ok?“)

Aber jetzt bin ich auf einer Tour, geplant um die halbe Welt, und es braucht gerade mal 7,5 km bis ich zum ersten mal schieben muss. Himmelarsch. Ich nehms mit Humor und schiebe mein Rad die Rampe in Meersburg die sie extra fuer die Radfahrer besonders steil und nicht mit einer einzigen Serpentine ausgestattet haben, suessauer laechelnd hoch. Das kann ja noch heiter werden auf den naechsten 12.000 km

Gegen 15.00 Uhr erreiche ich Ravensburg, und gehe, immer noch suesssauer laechelnd (diesmal ist der Wind Schuld) zu einem Chinaimbiss um mich zu staerken. Da laecheln auch alle suesssauer, dabei sind die bestimmt nicht mit dem Rad hierher gekommen.

Weiter gehts und ich treffe nach einem kleinen Umweg ueber den hoechsten Berg in der Naehe von Ravensburg, den ich schon immer mal hochschieben wollte, einen netten Mountainbiker (Heilfried!) der mich fuer ein Weilchen begleitet. Ich sage ihm dass ich nach Wolfegg will und er besschliesst kurzerhand mir den Weg dorthin und dort auch gleich einen schoenen Uebernachtungsplatz zu zeigen. Leider stehen auf dem Weg dorthin noch ein paar Hoehenmeter und auf den letzten 10 km gehen mir langsam aber sicher die Lichter aus. Was Heilfred nichts ausmacht, er hilft mir schiebenderweise an den Steigungen aus. Zack! Noch gleich der naechste Nackenschlag. Steffen, du wirst dir in etwa vorstellen koennen was ich mir an dem Abend im Zelt so alles gedacht hab...

Ok, aber 40 kg Zuladung und ein Fahrrad das von sich aus schon so viel wiegt wie Amboss fordern halt ihren Tribut. Ausserdem hat ich extra nicht vorher trainiert um meine Vorfreude aufs Radfahren ins Unermessliche zu steigern. Die Freude hielt ja dann auch immerhin bis Meersburg...

Die erste Nacht draussen war dann auch schoen. Ich kanns noch nicht ganz begreifen was da alles auf mich zukommen wird und ich verdraenge den Gedanken an die lange Zeit da draussen.



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20.5.2008:

Die zweite Nacht auf der Reise:

http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=48.2674,10.063&ie=UTF8&z=12&om=1

Und nicht vergessen, morgen am 21.5.2008 hat Jens Geburtstag, er freut sich sicher über Geburtstags SMSs. 


 

19.5.2008 Update by Holger: So bis ich Zeit habe um herauszufinden wie ich die einzelnen Punkte in die Map integriere erst mal provisorisch.

Das wichtigste:

Jens ist auf dem Weg !!!!

Er wollte am ersten Tag bis nach München fahren aber seine erste Nacht hat er hier verbracht:

http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=47.8225,9.8321&ie=UTF8&z=12&om=1

(in Google Earth sieht man es noch genauer)

Zitat aus seiner SMS:

"Scheiße ist das Rad schwer."

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